Die Liste der Tier-Phyla ist eine Liste der Hauptgruppen von Tieren, die üblicherweise als Phylum klassifiziert werden. Es wurden moderne Quellen verwendet: die Liste unterscheidet sich von der von Linnaeus oder Cuvier. Eine solche Liste kann alphabetisch geordnet sein; ebenso kann sie nach evolutionären Verwandtschaften geordnet sein. Keine Liste wird völlig zufriedenstellend sein. Die Behörden unterscheiden sich in dem, was sie als Phylum betrachten, und in der tatsächlichen Bezeichnung des Phylons. Trotzdem besteht bei den meisten Stämmen Einigkeit. Die meisten modernen Erhebungen umfassen Gruppen oberhalb des Stammes, basierend auf Beweisen für eine gemeinsame Abstammung.

Meinungsverschiedenheiten über evolutionäre Zusammenhänge konnten durch den Einsatz der molekularen Evolution und der molekularen Uhrenforschung verringert werden. Diese machen Gebrauch von Protein-Aminosäuresequenzen und der Analyse der DNA-Sequenz des gesamten Genoms. Diese modernen Techniken haben zu Änderungen und Umbenennungen vieler höherer Kategorien geführt. Die Klassifikation auf der Grundlage der traditionellen vergleichenden Anatomie wies Fehler auf, die korrigiert werden mussten. So wurde zum Beispiel der alte Stamm Coelenterata, der fast zweihundert Jahre alt war, in zwei getrennte Phyla, die Cnidaria und die Ctenophora, aufgespalten.

Die folgende Liste basiert auf evolutionären Beziehungen:

Was ist ein Phylum (Stamm)?

Ein Phylum (deutsch: Stamm, Plural: Phyla bzw. Stämme) ist eine hohe taxonomische Rangstufe, die Gruppen von Organismen mit grundsätzlichen gemeinsamen Bauplänen und Entwicklungsmerkmalen zusammenfasst. Kriterien für die Abgrenzung eines Phylums sind morphologische Merkmale (z. B. Körperbauplan, Keimblätter, Symmetrie, Segmentierung), Entwicklungsbiologie (z. B. Embryonalentwicklung) und heute zunehmend molekulare Befunde (Genom- und Transkriptomdaten). Die Grenzen sind teilweise historisch geprägt und in manchen Fällen umstritten.

Moderne Methoden der Systematik

  • Molekulare Phylogenetik: Einsatz von rRNA-Sequenzen, konservierten Proteinen, vollständigen Genomen und Phylogenomik (große Datensätze aus vielen Genen), um Verwandtschaftsbeziehungen zu rekonstruieren.
  • Phylogenomik und Transkriptome: erlauben robustere Bäume, besonders bei tiefen evolutionären Abzweigungen.
  • Morphologie und Entwicklungsbiologie: bleiben wichtig, vor allem für fossile Formen oder zur Interpretation molekularer Ergebnisse.
  • Fossile Daten: liefern Informationen über Stammgruppen (stem groups) und Kronengruppen (crown groups) und sind essentiell für das Verständnis der frühen Diversifikation (z. B. Kambrium und Burgess-Schiefer-Funde).

Hauptevolutionäre Gruppen und typische Phyla (vereinfacht)

Nach aktueller Sicht lassen sich die Tiere grob in nicht-bilaterale Gruppen und die Bilateria einteilen; innerhalb der Bilateria gibt es mehrere große Supergruppen. Im Folgenden eine verkürzte Übersicht, die viele, aber nicht alle anerkannten Phyla nennt. Die Zuordnung einzelner kleinerer Phyla kann in verschiedenen Studien variieren.

Nicht-Bilateria (radialsymmetrische bzw. sehr basal stehende Gruppen)

  • Porifera (Schwämme) – einfache, poröse Organismen ohne echte Gewebe.
  • Placozoa – sehr einfache, plättchenartige Organismen (z. B. Trichoplax), wenig differenziert.
  • Cnidaria (Nesseltiere) – z. B. Quallen, Korallen, Seeanemonen; radiärsymmetrisch, mit Nesselzellen (Cnidaria wurde bereits im Originaltext genannt).
  • Ctenophora (Rippenquallen) – planktonische Räuber mit Kammplatten; ihre Stellung als basalste Tiergruppe ist umstritten (Ctenophora wurde bereits im Originaltext genannt).

Bilateria (zweiseitig symmetrische Tiere)

Die Bilateria lassen sich traditionell in mehrere große Linien aufteilen:

  • Deuterostomia
    • Chordata – Wirbeltiere und enge Verwandte (z. B. Manteltiere).
    • Echinodermata – Seesterne, Seeigel; pentaradiale Erwachsene, larval bilateral.
    • Hemichordata – Pterobranchier und Enteropneusten (meist wurmförmig).
  • Protostomia – unterteilt in zwei große Supergruppen:
    • Ecdysozoa – Tiere, die regelmäßiges Häuten (Ecdysis) zeigen:
      • Arthropoda – Gliederfüßer (Insekten, Spinnentiere, Krebstiere) – das artenreichste Tierreich.
      • Nematoda – Fadenwürmer.
      • Tardigrada – Bärtierchen.
      • Onychophora – Stummelfüßer.
    • Lophotrochozoa – sehr diverse Gruppe, oft mit Larven oder Tentakelringen:
      • Mollusca – Weichtiere (Muscheln, Schnecken, Kopffüßer).
      • Annelida – Ringelwürmer.
      • Platyhelminthes – Plattwürmer (einschließlich Parasiten).
      • Brachiopoda, Bryozoa (Moostierchen) – sessile, oft mit Lophophor.

Kleinere und kontroverse Phyla

  • Phyla wie Gastrotricha, Gnathostomulida, Micrognathozoa, Cycliophora, Nematomorpha, Kinorhyncha und Loricifera sind Beispiele für kleinere Stämme, die häufig in aktuellen Übersichten auftauchen, aber je nach Autor unterschiedlich eingeordnet werden.
  • Xenacoelomorpha (einige wurmförmige Linien) sind phylogenetisch schwierig; sie werden je nach Studie als basale Bilateria oder als Schwestergruppe der restlichen Bilateria (Nephrozoa) betrachtet.
  • Die Stellung mancher Phyla (z. B. der Ctenophora) ist Gegenstand aktiver Forschung und Debatte.

Warum Listen von Phyla variieren

  • Unterschiedliche Kriterien zur Definition eines Phylums (morphologisch vs. molekular).
  • Neue molekulare Daten führen zu Umgruppierungen, Splits (Aufspaltung in mehrere Phyla) oder Zusammenfassungen.
  • Fossile Funde können ganze Stammlinien sichtbar machen, die in rezenten Listen fehlen oder anders interpretiert werden.
  • Taxonomische Konventionen und Namensgebungen sind nicht vollständig standardisiert; verschiedene Institutionen und Forschungsteams publizieren leicht unterschiedliche Listen.

Praktische Hinweise

  • Für Lehrzwecke und Übersichten sind oft 30–40 Phyla üblich; die genaue Zahl hängt von der Aufnahme kleiner, umstrittener Gruppen ab.
  • Je nach Zweck (z. B. Biodiversitätserfassung, Evolutionsforschung, Lehre) ist eine alphabetische Liste praktisch, eine evolutionär geordnete Liste aber informativer für Verwandtschaftsfragen.
  • Behalten Sie Aktualität im Auge: Lehrbücher und Übersichten werden durch regelmäßige molekulare Studien ergänzt und revidiert.

Schlussbemerkung

Die Systematik der Tierstämme ist ein dynamisches Feld. Moderne molekulare Methoden haben viele frühere Annahmen bestätigt, aber auch überraschende Ergebnisse geliefert, die zu Neuinterpretationen geführt haben. Deshalb ist es normal, dass verschiedene Quellen leicht unterschiedliche Listen und Bezeichnungen für Phyla verwenden. Diese Darstellung gibt einen aktuellen, evolutionär orientierten Überblick, ersetzt aber nicht die vertiefte Fachliteratur zu einzelnen Gruppen.